Bei Mama Miez bin ich über eine interessante Aktion zum Thema Schlafverhalten gestolpert…
Das ist für junge Eltern in vielen Fällen natürlich ein besonders heikles Thema. Nicht zuletzt hört man aus dem Freundes- und Bekanntenkreis sehr häufig die nicht gerade Mut machenden Berichte von viel zu früh endenden oder gar schlaflosen Nächten.
Während der Wunderpapa schon immer eher ein Frühaufsteher war, der auch mit wenig Schlaf auskommt, bin ich doch eher der Typ “Gerne-lang-Schläferin”. Und so hatten auch wir uns schon während der ersten Schwangerschaft einige Gedanken gemacht und uns innerlich auf viele unruhige und kurze Nächte eingestellt. Doch es sollte (zum Glück) anders kommen.
Und jetzt beginnt das, was viele wahrscheinlich für ein Märchen halten oder auf die getrübte Wahrnehmung überglücklicher Eltern zurückführen werden…
Das große Schlaf-Wunder
Unser Lila-Launebärchen war von Anfang an ein sehr ruhiges (schreien konnte sie allerdings schon immer seeeeeeehhhhhr laut
) und pflegeleichtes Baby. In den ersten Wochen schlief sie eigentlich fast immer beim Stillen ein. Auch im Kinderwagen (oder im Auto) konnte man sie tagsüber innerhalb kürzester Zeit zum Schlafen bringen. Sonst schlief sie häufig auch einfach nur auf ihrer Decke, die wir auf dem Wohnzimmer-Boden ausgebreitet hatten. Selten war es der Fall, dass sie mal nicht alleine in den Schlaf fand – meist, wenn sie nach dem Trinken Bauchweh hatte. Dann half in der Regel ein wenig Herumtragen, Schaukeln, Singen oder Bauchstreicheln.
Der durchgängig recht angenehme Stillrhythmus von 3-4 Stunden trug dazu bei, dass wir auch nachts mal ein paar Stunden am Stück schlafen konnten. Die nächtlichen Zwischenmahlzeiten führten dann wiederum zum Einschlafen, so dass ich sie einfach nur wieder ins Beistellbettchen legen musste und auch selbst weiterschlafen konnte. Theoretisch, zumindest. Denn mir fiel es zeitweise doch recht schwer, nach den nächtlichen Schlafunterbrechungen wieder zurück in den Schlaf zu finden. Insbesondere traute ich mich häufig gar nicht, mich rumzudrehen um eine gemütliche Schlafposition zu finden. Denn ich hatte irgendwie immer die Sorge, ich könnte das Baby dadurch aufwecken. Im Nachhinein betrachtet war diese Angst ziemlich lächerlich, denn das Lila-Launebärchen hätte sich für meine Drehaktionen sicherlich nicht die Bohne interessiert.
Und trotz der nächtlichen Unterbrechungen war die Schlafsituation insgesamt sehr entspannt und nicht zu vergleichen mit den letzten Wochen der Schwangerschaft. Denn in dieser Zeit habe ich wirklich so etwas wie Schlafmangel kennengelernt, weil ich mich immer nur im Bett hin- und herwälzte und einfach nicht wusste, wohin mit dem Bauch.
Mit etwa 2 Monaten schlief das Lila-Launebärchen dann nachts schon bis zu 6 Stunden am Stück und brauchte nur noch eine nächtliche Stillmahlzeit. Insgesamt schlief sie in dieser Zeit etwa 8-9 Stunden in der Nacht und tagsüber ca. 3-4 Stunden auf mehrere Schlafportionen verteilt.
Im Alter von 3 Monaten begann ich dann, sie im eigenen Zimmer zu einem regelmäßigen Mittagsschlaf in ihr Bett zu legen, was auch gut klappte. Das Vormittags- und das Nachmittagsschläfchen verbrachte sie entweder auf ihrer Decke, im Laufgitter oder im Kinderwagen. Nachts schlief sie weiterhin im Beistellbettchen, bis sie mit etwa 4 Monaten keine nächtliche Mahlzeit mehr benötigte und 8 Stunden am Stück durchschlief. Da dachten wir, dass es ein guter Zeitpunkt wäre, den Umzug in ihr eigenes Zimmer zu vollziehen. Das “große” Bett in ihrem Zimmer kannte sie ja schon durch den Mittagsschlaf, so dass die Umstellung ihr glücklicherweise nicht schwerfiel.
Für uns selbst waren die ersten Nächte ohne Baby im Zimmer zwar ziemlich komisch und ungewohnt, aber vor allem sehr erholsam. Wir konnten wieder deutlich entspannter schlafen. (Zur eigenen Beruhigung trug auf jeden Fall das Babyphone mit Sensormatten bei.) Und auch das Lila-Launebärchen zeigte sich tiefenentspannt und stellte gleich in der ersten Nacht im eigenen Zimmer einen neuen Durchschlaf-Rekord von 10 Stunden auf.
Die Nachtschlaf-Dauer steigerte sich dann im Laufe der Zeit auf rund 12 Stunden. Und tagsüber blieb zum Ende des 1. Lebensjahres noch ein ausgiebiger Mittagsschlaf von 2-3 Stunden übrig, den das Lila-Launebärchen auch noch bis zum Alter von 2,5 Jahren beibehielt. Bis heute schläft sie abends völlig problemlos ein und durch. Sie ist mit ihren jetzt immerhin schon 4 Jahren überraschenderweise auch noch nie auf die Idee gekommen, in der Nacht oder morgens alleine aufzustehen, sondern ruft uns jeden Tag (in der Regel so zwischen 7 und 8 Uhr): “Mama/Papa, ich möchte aufsteeeeeehhhheeeen!” Wir sind schon sehr gespannt, wann sie denn das erste Mal alleine aufsteht und dann überraschend am frühen Morgen bei uns im Schlafzimmer auftaucht. Also, meinetwegen kann sie damit ruhig noch ein paar Jährchen warten.
Das kleine Schlaf-Wunder
Nun, wer einmal solches Glück mit dem Schlafverhalten des eigenen Kindes gehabt hat, der wird beim zweiten Kind bestimmt sein blaues Wunder erleben. Diese Befürchtungen hatten wir definitiv vor der Geburt des Schneeflöckchens. Wir konnten uns einfach nicht vorstellen, dass ein solcher Glücksfall sich wiederholen könnte. Doch wir wurden wieder mal eines Besseren belehrt.
Auch wenn unser kleines Wunder insgesamt nicht ganz so pflegeleicht war/ist wie ihre große Schwester, so ist sie beim Thema Schlafverhalten zum Glück genauso unkompliziert. Auch sie schlief die ersten Wochen sehr viel, wahrscheinlich noch mehr als die Große. Sie schlief ebenfalls immer beim Stillen ein, und zwar so gerne und so schnell, dass ich teilweise wirklich Sorge hatte, ob sie überhaupt genug trinkt. Darum musste ich sie häufig auch zum Stillen wecken, weil sie ihre Mahlzeiten sonst komplett verschlafen hätte. Das sah dann meistens so aus: Schneeflöckchen aufwecken, max. 5 Minuten trinken, Milchkoma, Zwischenwickelrunde zum Wiederaufwecken, max. 5 Minuten trinken, Milchkoma… (Das extreme Schlafbedürfnis lag vielleicht auch daran, dass ihr Immunsystem durch den doofen RS-Virus noch ziemlich geschwächt war.)
Um jetzt nicht noch einmal alles wiederholen zu müssen: Die weitere Entwicklung im Schlafverhalten des Schneeflöckchens verlief fast analog zur großen Schwester. D.h. Mittagsschlaf im eigenen Bett mit etwa 3 Monaten, dazu Vormittags- und Nachmittagsschläfchen (im Bett, Laufgitter, Kinderwagen, oder wo auch immer wir gerade mit der Großen unterwegs waren). Auch sie schlief nachts mit etwa 4 Monaten 8-9 Stunden am Stück durch und zog dann ebenfalls ins eigene Zimmer um. Zum Ende des 1. Lebensjahres brauchte sie zusätzlich zum Nachtschlaf (ca. 12 Stunden) dann auch nur noch den Mittagsschlaf tagsüber, den sie aber immer noch sehr ausgiebig genießt (3 Stunden sind eigentlich Standard, es gibt aber auch Tage, an denen sie bis zu vier Stunden Siesta hält
).
Fazit
Auch wenn wir am Wochenende gelegentlich schon um kurz nach 7 Uhr geweckt werden, denke ich doch, dass das eine für kleinkindliche Verhältnisse wirklich sehr humane Zeit ist und wir uns in keinster Weise beschweren dürfen über unsere zwei Gerne-Schläfer.
Um jetzt aber nicht nur Neid zu wecken
, möchte ich nun als erfahrene Mama zweier Schlaf-Wunder auch noch ein paar Tipps loswerden…
Im Grund genommen gab es bei uns nun gar keine Notwendigkeit, unseren Kindern, das (Alleine-)Einschlafen “beizubringen”, da sie es ganz von selbst “gelernt haben”. Was wir aber als hilfreich empfunden haben, um das Schlafverhalten unserer Mädchen – sagen wir mal – zu unterstützen (wobei wir natürlich nicht sagen können, wie es gekommen wäre, wenn wir es anders gemacht hätten):
- Bei uns sind die Zimmer zum Schlafen immer mit Rolladen abgedunkelt – auch für den Mittagsschlaf.
- Wir versuchen, nach Möglichkeit immer feste Schlafzeiten einzuhalten und die Zeit vor dem Schlafen (egal ob mittags oder abends) auf jeden Fall ruhig und nach bestimmten Routinen ablaufen zu lassen.
- Mittagsschlaf im eigenen Bett frühzeitig eingeführt (bei uns ab etwa 3 Monate)
- Umzug ins eigene Zimmer mit etwa 4 Monaten (als das nächtliche Stillen entfiel)
- Babyphon mit Sensormatten überwacht Babys Schlaf (“Schützt” zwar nicht vor SIDS, aber gab uns als Eltern immer ein Gefühl von Sicherheit. Und die Kinder konnten ungestört schlafen, weil wir nicht alle 5 Minuten im Zimmer nachschauen mussten, ob sie noch atmen.
- Anfangs gingen unsere Babys abends immer zur gleichen Zeit ins Bett wie wir. Mit zunehmender “Durchschlaf”-Dauer haben wir die Bettgeh-Zeit schrittweise dann immer weiter vorgezogen. Der Nachtschlaf hat sich so nach und nach auf ca. 12 Stunden am Stück eingependelt.
- Unsere Kinder haben seit dem Umzug ins eigene Zimmer immer in ihrem Bett geschlafen und schlafen auch heute ausschließlich im eigenen Bett. Da sie es nicht anders kennen, ist es für sie eine Selbstverständlichkeit. Morgens nach dem Aufwachen holen wir die Mädels aber sehr gerne in unser Bett zur gemütlichen Familien-Kuschel- bzw. Toberunde. (Auch wenn die letzte am Wochenende für mich mit einem unabsichtlichen “Kopfstoß” des großen Wunders und einer blutigen Lippe endete
)
- Achso, unsere Kinder hatten übrigens beiden keinen Schnuller. Nicht, weil wir das grundsätzlich abgelehnt hätten, sondern weil sie ihn anfangs nicht akzeptiert hatten und wir dann später auch ohne ausgekommen sind. Beide haben stattdessen ein Kuscheltuch-Tier für’s Bett, das auch gerne und ausgiebig angenuckelt wurde/wird. Das kleine Wunder hat außerdem (leider) seinen Daumen für sich entdeckt, der vor allem bei Müdigkeit und – ich vermute – auch in der Nacht häufig in den Mund wandert. Durch den Entfall des Schnullers fiel bei uns somit auch das nächtliche “Wieder-in-den-Mund”-Schieben weg. Mag also sein, dass auch das dazu beigetragen hat, die nächtlichen “Ruhestörungen” aus den Kinderzimmern gering zu halten.
Vielleicht hilft die eine oder andere dieser Überlegungen ja anderen Eltern weiter. Natürlich kommt es immer auch auf die jeweilige Lebensituation und vor allem auf das einzelne Kind an. Möglicherweise machen unsere positiven Erfahrungen aber auch ein bißchen Hoffnung, dass ein Baby nicht unbedingt dauerhaften Schlafmangel bedeutet. In vielen Fällen schon, das ist mir aus den Erzählungen anderer Eltern durchaus klar. Und, wahrscheinlich haben wir einfach nur zwei besonders unkomplizierte Schlafexemplare “erwischt”.
Wie auch immer, ich bin jedenfalls heilfroh, dass unsere Kinder meine und nicht Papas “Schlafgene” geerbt haben. Und auf jeden Fall wünsche ich allen frischgebackenen und werdenden Eltern auch möglichst viele ruhige und lange Nächte. Die Tage können ja mitunter anstrengend genug sein. Und nicht von ungefähr wird Schlafentzug bisweilen als Foltermethode angewendet.